Inflation & Ernährung – Was ich esse und wie ich meine Einkäufe anpasse

Selbstgemachte Kartoffelecken aus dem Ofen

In der Vergangenheit wurde ich oft gefragt, wie ich für mich zu Hause koche? Auch immer frisch? Auch so „aufwändig“? Und meine Antwort war immer: „Eigentlich genauso wie jetzt (während meiner Kochevents) auch, außer dass ich fettreduzierter esse!“

Die aktuell hohe Inflation, basiert auch auf stark gestiegenen Preisen im Lebensmittelbereich und das Ende ist noch nicht absehbar, wie das Handelsblatt in diesem Artikel über den „inflationären Schock im Lebensmittelhandel“ schreibt.

Viele Menschen spüren die höheren Kosten für Essen im Portemonnaie und gerne beschreibe ich jetzt einmal, wie ich mit den massiv gestiegenen Lebensmittelpreisen umgehe und wie meine generelle Ernährung aussieht?

Zunächst einmal: Einige meiner Kunden/innen fragten mich, wie ich als Koch so schlank sein kann? Darauf antworte ich immer: Wer gut kochen kann, weiss, wie man sich ernähren muss, um schlank zu bleiben! 😆 Womit ich wohlgenährten Kollegen/innen bitte nichts Negatives unterstellen möchte 😉

Mir ist eine gesunde Ernährung extrem wichtig. Als intensiv trainierender Fitnessjunkie, muss ich zudem darauf achten, dass meinem Körper alle wichtigen Nährstoffe, die er benötigt, auch zugeführt werden. Daher esse ich viel frisches Obst und Gemüse, relativ wenig Fleisch, wenn dann eher Fisch. Dazu achte ich auf eine proteinreiche Ernährung, denn Protein sorgt nicht nur für eine optimale Versorgung der Muskeln, es sättigt auch sehr gut!

Thema Zucker! Damit beschäftige ich mich immer wieder mal, allerdings in den letzten Monaten weniger, weil ich den hauptsächlichen Zuckerkonsum über Schokolade, Weingummi & Co so gut wie eingestellt habe! Mein Wohlbefinden konnte ich damit steigern und natürlich wirkt sich diese Enthaltsamkeit auch positiv auf das Körperfett aus (meine Waage zeigt mir einen aktuellen Körperfett-Anteil von 8% an!). Heisshunger-Attacken zwischendurch, egal ob auf Süßigkeiten oder Deftiges, wie Chips, begegne ich inzwischen mit Oliven als Alternative, einem Proteinshake oder Obstsnacks. Auch getrocknete Datteln oder ein Löffel Honig, halten meine Lust auf Schokolade, Weingummi & Co. im Zaum! Hier lassen sich beim Kauf großer Pakete (z.B. Proteinpulver 5kg statt 1kg oder Datteln) einige Euros sparen und die Haltbarkeit ist selten kurz. Übrigens spart der zurückgefahrene Konsum von süßen und fetthaltigen Snacks Geld, das wiederum in gesündere Lebensmittel fließen kann.

Inzwischen befasse ich mich mehr und mehr mit vegetarischer und veganer Küche. Wer hier auf die richtige Mischung der Inhaltsstoffe achtet, muss dem Körper kaum Nahrungsergänzungsmittel zuführen. Zudem ist ja gerade Fleisch, meist der kostenintensivste Faktor beim Essen/Einkauf.

Und natürlich achte auch ich auf Angebote der diversen Lebensmittelgeschäfte. Vieles an frischem Gemüse lässt sich problemlos einige Tage im Kühlschrank halten. Manches friere ich auch ein und lege es am Morgen raus, damit ich es mittags für mein Essen verarbeiten kann.

Tiefkühl-(TK)-Gemüse ist nicht selten günstiger als frisches und es ist keinesfalls ärmer an Nährstoffen. Zudem ist der Lebensmittelhandel leider häufig dazu übergegangen, nicht auf den Punkt gereiftes Obst und Gemüse in den Verkauf zu bringen. Beispiel: Grüne Bananen und unreife Avocados, können einem den Spaß am Genuss dieser Lebensmittel auch schon einmal sehr verderben!
Unreife Produkte sind bei TK-Kost selten der Fall und auch die rasche Verarbeitung und das schnelle Frosten nach der Ernte, sorgen zudem für den Erhalt der Nährstoffe.
Ein weiteres Argument für TK-Gemüse ist die bereits erfolgte Verarbeitung, sodass ich das Gemüse nur noch dem Beutel entnehmen muss und mir die Zeit für das Putzen spare. Auftauen sollte man es möglichst temperaturschonend und gut lichtgeschützt, da Wärme, Luft und Licht die enthaltenen Nährstoffe schnell reduzieren.

Meist achte ich bei meinen Lebensmitteln darauf, dass sie gut sättigend sind. Das verringert die Menge, die ich dem Körper zuführen muss, womit auch ein Überschuss an Kalorien vermieden werden kann.

Wer wirklich sparen will, der schaut sich im Supermarkt nach Produkten um, die bisher nicht exorbitant im Preis gestiegen sind. So finde ich, haben Kartoffeln bislang einen recht konstanten Preis und bedenkt man, was sich aus dieser Knolle alles herstellen lässt, muss ein Sparkurs nicht einmal die Vielfalt des Essens einschränken.

Fertig-Pasta, erst recht als Markenprodukt, ist tatsächlich spürbar teurer geworden. Eier und Mehl sind Lebensmittel, die immer noch bezahlbar sind und daraus einen Nudelteig zu fertigen, macht zwar Arbeit, aber es spart auch Geld und getrocknete Pasta hält sich locker einige Wochen. Und Pasta ist mindestens so vielfältig in der Zubereitung, wie die Kartoffel 🙂 Gibt es gerade kein Mehl, lässt sich auch aus Hartweizengrieß, fein zu einem Mehl püriert, die Pasta herstellen.
Zudem lässt sich der Spaß am Kochen steigern, indem man es nicht alleine macht, sondern im Rahmen einer KochParty mit Freunden oder der Familie, ein geselliges Beisammensein organisiert.

Wer dann noch mit dem Rad, statt mit dem Auto zu den Einkäufen fährt, spart nicht nur bei den Autokosten, sondern tut dem Körper mit dieser Bewegung auch noch etwas Gutes.
Auch das noch: Zur Stärkung der Rückenmuskulatur auf der Rückfahrt vom Einkauf, gibt es im Internet für relativ geringes Geld große Rucksäcke, in die man auch größere Einkäufe packen kann 🙂

Es lohnt es sich also sehr, die Prospekte der einzelnen Handelsgeschäfte am Wochenende zu studieren, denn mit manch einem Schnäppchen, lassen sich dann die Vorräte wieder günstiger auffüllen.

So wie es derzeit aussieht, werden die Preise weiter steigen. Ich war letztens schockiert, als ich den Preis eines Zanderfilets beim Großhändler sah: 43 € pro Kilo!!! Wie gesagt, beim GROßHÄNDLER! Einen solch hohen Preis kannte ich bis dato nur von der Seezunge. Ganz ehrlich: Das ist mir persönlich definitiv zu hoch, auch für meine Kunden. Mein Service ist aufgrund der sehr zeitintensiven Arbeit eh kostenintensiv, aber mit Lebensmitteln, deren Preis ich in Bezug auf das Produkt nicht vertretbar finde, kalkuliere ich dann erst gar nicht mehr. Schließlich soll mein Mietkochservice attraktiv und auch bezahlbar bleiben!

Abschließend interessiert mich, wie die Leser/innen dieses Artikels mit der hohen Inflation in Bezug auf die Lebensmittel umgehen? Hat sich im Einkaufsverhalten etwas geändert oder werden die höheren Kosten einfach akzeptiert? Ich freue mich auf Kommentare 🙂

Chris

Von Christian Pukownik

Professioneller Mietkoch im Gourmet-Bereich seit 2005 aus Bochum / Ruhrgebiet

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