Der Gastronom und sein Service: Variationen

Am Anfang war die Idee: Mietkoch! Dann kam die Definition meiner Tätigkeit: Service! Ich überlegte, was ich den Kunden bieten möchte. Damit verbunden ist natürlich eine gewisse Grundeinstellung, wie ich den Begriff eines Gastronomen verstehe.

Für mich als Mietkoch war klar, dass ich den anspruchsvollen Kunden, die ich mit meinem Service begeistern will, zwar ein gewisses Gerüst bieten muss, Flexibilität dabei allerdings absolut gewährleistet ist. Nach fast 9 Jahren kann ich sagen, dass die von mir Bekochten mein Angebot gerne angenommen haben und ich, in vielerlei Hinsicht, wohl den Geschmack jener getroffen habe, die im Kochen und im Essen mehr sehen, als einfach nur ein notwendiges Übel zur Lebenserhaltung 😉 . Ich wollte und will mit meinem Mietkoch-Angebot ein besonderes Erlebnis zu Hause bieten und habe da wohl den richtigen Weg eingeschlagen.

Zu meiner Aufgabe als MietkochGastronom zähle ich auch eine intensive Kommunikation mit den Kunden, auch wenn ich inzwischen erleben musste, dass dies in Zeiten des Internets und eines stressigen Arbeitsalltags vieler Menschen nicht selten auf Überraschung stößt. Scheinbar ist diese Art des Services, wohl aufgrund eines höheren Zeitaufwands des Unternehmers, fast ausgestorben, was ich, gerade für meinen Bereich der Gastronomie, sehr bedauerlich finde. Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass der überwiegende Teil meiner Kunden dankbar ist, wenn ich zum Beispiel getroffene Vereinbarungen schriftlich zusammenfasse, um damit Missverständnisse oder Unklarheiten auszuräumen.

Es gibt aber auch Gastronomen, die weit über das Ziel hinaus schießen, ihre Arbeit als kundenorientierten Service zu verstehen. So hörte ich inzwischen mehrfach und von verschiedenen Seiten, dass ein bekannter TV-Sternekoch, Gäste in seinem Restaurant darauf hinweist, dass ein weiterer Besuch nicht erwünscht ist, weil vom Teller des anderen probiert wurde!
Mag sein, dass so etwas kulinarisch-gesellschaftlich als „No Go“ gilt, aber gerade ich als Koch weiß, wie spannend es ist, in guten Restaurants essen zu gehen und unter Freunden, die alle etwas Anderes bestellen, um die Vielfalt der Küche erleben zu können, die ein oder andere Gabel zu tauschen. Auch DAS ist für mich „Erlebnisgastronomie“ 😉 ! Wenn sich nun ein professioneller Gastgeber erdreistet, seine Gäste mit einer Art „Hausverbot“ zu belegen, widerspricht dies aus meiner Sicht dem Service-Gedanken dieser Branche.

Ich finde, die Gäste sollen, bei aller noblen Umgebung und Respekt vor der Leistung der Küche und des Services, Spaß am Essen/Erlebnis haben und ein unverkrampftes kulinarisches Erlebnis genießen können. Wir brauchen uns wohl nicht darüber zu unterhalten, dass dieses „Hausverbot“ das gesamte positive Erlebnis der Gäste zunichte gemacht hat!

Im gleichen Haus soll es übrigens, ohne vorherige Information, ein Beratungs-Honorar in Höhe von 30,00 € auf der Rechnung geben, wenn der Chef die Gäste fragt, ob sie zufrieden waren und die sich bei ihm nach der Herstellungsweise eines Gerichts erkundigen. Es ist schon erstaunlich, was sich manche hochfliegende Köche erlauben 😯 , aber auf Dauer rächt sich ein derartiger Umgang!

Soweit die „Negativ-Berichterstattung“ zu diesem Thema und damit zu erfreulicheren Beispielen interessanter, kreativer Service-Kultur:

Ganz anders ist es, wenn ich von vornherein weiss, worauf ich mich bei einem Besuch in einem Restaurant einlasse, das eine bestimmte Philosophie verfolgt, die ich einfach mal erleben möchte. Da gibt es, um nur zwei Beispiele für ungewöhnliche und spannende Gastronomie-Projekte zu nennen, die Dunkel-Restaurants, in denen man sich, mangels Licht, allein auf die Tast- und Geschmackssinne verlassen muss (KLICK HIER) und ein Trend-Restaurant in New York, in dem das Sprechen während des Essens verboten ist 😆 . Selbstverständlich, und das sollte dann auch niemanden wundern, ist der Handy-Gebrauch ebenfalls ausgeschlossen (KLICK HIER). Kommunikation findet…anders statt!

Aber ich glaube, dass die Menschen, die eh einen ausgezeichneten Draht zueinander haben, einen schönen Weg der nonverbalen Kommunikation finden 😉 .

Vielleicht probieren Sie die gerade aufgeführten Erlebnis-Restaurants ja mal zu Hause aus, im Kreise von Freunden oder der Familie. Ich garantiere Ihnen, es wird ein unvergesslicher Abend 😀 !

In diesem Sinne…viel Spaß bei Ihrem nächsten Kulinarik-Erlebnis.

Von Christian Pukownik

Professioneller Mietkoch im Gourmet-Bereich seit 2005 aus Bochum / Ruhrgebiet

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