Fauxpas beim Kochen

Wer zeigt schon gerne, was beim Kochen alles NICHT gelungen ist? Erst recht auf den typischen Foto-Portalen, wo alles bestens arrangiert sein sollte, um möglichst viele Klicks zu bekommen 😉 .

DIESEN ARTIKEL dazu fand ich auf ZEITonline. Witzig bis peinlich sind die gezeigten Fauxpas‘ 🙂 , aber wenn ich mich als Koch-Profi frage, wie so etwas wohl passieren konnte, finde ich immer wieder nur einen einzigen Grund: Fehlende Aufmerksamkeit bzw. Konzentration auf die Sache! Erfahrungswert 😉

  • Wie wichtig nehmen wir die Zubereitung unseres Essens?
  • Wie sehr wollen wir uns auf das Herstellen unseres Mittag- oder Abendessens konzentrieren bzw. wieviel Energie dafür einsetzen?
  • Wieviel Zeit wollen wir darauf verwenden? Oder sollte ich besser schreiben „verschwenden“?

Und da haben wir auch schon die Gründe, warum uns das ein oder andere Missgeschick in der Küche passiert:

  • Wir haben gerade nicht wirklich viel Zeit, aber Hunger!
  • Wir sehen Essen nur als Nahrungsaufnahme, das einigermaßen schmecken muss, Genuss ist Nebensache!
  • Wir haben eigentlich noch so viele andere Dinge zu tun, für die wir unsere Tages-Energie einsetzen müssen!
  • Einfach nur mal eben satt werden!

Nicht falsch verstehen: Das Vorstehende ist keine Kritik, sondern tatsächlich gelebte Realität, die mir selbst an manch einem stressigen Tag auch so begegnet. Dann kommt kurz die Fertig-Pizza in den Ofen und wenn ich nicht vergessen habe, den Ofenwecker zu stellen, kann ich sie nach etwa 20 Minuten, goldbraun gebacken, essen. Oder eben als verbrannten Klotz in die Tonne geben, wenn ich die Uhr NICHT gestellt habe (was mir zum Glück noch nie passiert ist!).

Das ist bei mir aber die absolute Ausnahme und meistens nehme ich mir Zeit für das tägliche Kochen, denn frische Zutaten sind mir wichtig. Natürlich sind damit Zeit- und Energie-Aufwand verbunden, aber dafür erhalte ich tatsächlich auch einen Ausgleich bzw. persönlichen Mehrwert.
Meine Art der Ernährung hilft mir dabei, mich körperlich fit zu halten, Top-Blutwerte zu haben und bestimmte Krankheiten einzudämmen. Wer allein das für sich einmal entdeckt/verstanden/gelernt hat, wird das Essen mit anderen Augen sehen.
Das kann ein Weg sein, unserer Nahrungsaufnahme eine völlig neue Wertigkeit im Tagesablauf, wie auch im gesamten Leben, zu geben.

Die „misslungenen“ Dinge, die in dem ZEIT-Artikel gezeigt werden, waren allesamt vermeidbar. Wir neigen dazu, dem Essen oder seiner Zubereitung, (nur) ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit zu schenken und das Kochen zu einer Nebensache zu machen.

Dabei fängt es bei mir schon mit einer hohen Konzentration beim Schneiden des Gemüses an, denn wenn ich mich mit meinen Messern in die Finger schneide, bin ich erst einmal wieder für Tage eingeschränkt. Vom Schmerz einmal ganz abgesehen… 😉
Ich telefoniere nebenher ungern, lasse mich allerdings auch immer wieder kurz vom Fernsehen in der Küche ablenken und habe dadurch natürlich auch schon den ein oder anderen Fauxpas produziert. Allerdings nur privat, äusserst selten bei meinen Kunden/innen, denn hier bin ich fest auf die Zubereitung fixiert! Zwar lenkt mich das ein oder andere Gespräch auch schon mal ab, aber dann lasse ich kurz die Arbeit sein und konzentriere mich auf den Dialog.

Im Fernsehen werden die Köche immer so dargestellt, als wäre es überhaupt kein Problem, sich während der Zubereitung der Gerichte auch noch schweren Fragen stellen zu können. Aber wer genau hinschaut, merkt auch hier, dass selbst Sterne-/Profi-TV-Köche bei ihrer Arbeit kurz aus dem Tritt geraten können, wenn sie abgelenkt sind. Zumindest, wenn sie den Anspruch haben, ihrer Arbeit ein optimales Ergebnis folgen lassen zu wollen 😉 .

Die erste Regel, die also zum Erfolg beim Kochen führt, lautet:

Volle Aufmerksamkeit und Konzentration, auch bei „einfachen“ Gerichten, denn selbst, wer die Pasta oder rote Linsen schon eine Minute zu lange kochen lässt, bekommt ein völlig anderes Ergebnis, als das Erwartete oder Gewünschte!

Jetzt bin ich gespannt: Wer kann und möchte 😉 von einem richtig dicken Fauxpas in ihrer/seiner Küche berichten? Einfach ins Kommentarfeld schreiben und beichten!

Meins: Schon ein paar Jahre her, aber immer noch eine Erinnerung für mich wert. Das Öl in einer zu heiss gewordenen Pfanne entzündete sich auf dem Herd! Da hieß es Ruhe bewahren und einfach einen Deckel auf die Pfanne legen (Feuer ersticken!). Danach Fenster auf und gut lüften, denn es riecht kräftig, um es vorsichtig zu formulieren. Sonst ist nichts weiter passiert und auch die Kunden bemerkten (zum Glück) nichts davon 😉

Von Christian Pukownik

Professioneller Mietkoch im Gourmet-Bereich seit 2005 aus Bochum / Ruhrgebiet

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